BRK Schlossbergklinik Oberstaufen

Millionenverluste gefährden Existenz der Schlossbergklinik

Auf der heutigen Mitarbeiterversammlung wurden die 99 Beschäftigten über den Schließungsbeschluss des Standortes der BRK Schlossbergklinik Oberstaufen informiert. „Die jährlichen Verluste von fast drei Millionen Euro und die Investitionssumme von elf Millionen Euro können nicht mehr aufgefangen und aufgebracht werden“, so Thomas Pfeifer, Geschäftsführer der Klinik. Der Betreiber, die Schwesternschaft München des Bayrischen Roten Kreuzes e.V., versucht seit einigen Monaten, einen finanzwirtschaftlich starken Partner zu finden, um den Standort zu erhalten. Am vergangenen Donnerstag jedoch haben Vorstand und Aufsichtsrat die Einstellung des Betriebes beschlossen, wenn bis Ende Januar 2016 kein Partner gefunden worden ist.

Für die Mitarbeiter aus Medizin, Pflege, Therapie und Verwaltung werden in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat Wechselmöglichkeiten an Kliniken der nahen Umgebung gesucht, selbstverständlich auch an die 17 Kilometer entfernte Rotkreuzklinik Lindenberg.

Zu den jährlichen Verlusten im laufenden Betrieb kommt hinzu, dass die Immobilie nur zu 60 Prozent der Schwesternschaft gehört. Deren ursprüngliche Pläne der dringend notwendigen Sanierung sind nicht realisierbar, da die anderen 40 Prozent haltenden Privatpersonen nicht zu Investitionen bereit sind.

„Wir waren bei der Übernahme des Hauses vor drei Jahren zuversichtlich“, so Pfeifer. „Doch der gute Ruf des Hauses plus das hohe Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten die massiven Kostensteigerungen und begrenzten Budgets der Leistungsträger nicht auffangen. Der Konflikt im Reha-Markt zwischen dem ethisch medizinischen Auftrag einerseits und den kaufmännischen Erfordernissen andererseits wird sich künftig noch weiter zuspitzen", ergänzt der Geschäftsführer. Die Klinikgruppe wird sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft der Akutmedizin konzentrieren.

„Wir bedauern sehr, dass es nicht gelungen ist, die bei Patienten geschätzte Klinik sowie die damit verbundene Wirtschaftskraft für den Ort zu erhalten“, führt Pfeifer aus. Die Entscheidungsträger von Stadt und Landkreis sowie die Zuständigen in den Landesministerien sind von Beginn in die aktuellen Gespräche eingebunden.

Für die Patienten, die gegenwärtig behandelt werden, ändert sich nichts. Sie werden bis zum Abschluss ihrer Rehabilitation ohne Einschränkungen weiterbetreut, bis Ende Februar 2016 werden weitere Patienten aufgenommen.

Die Nachnutzung der Immobilie mit dem 13.200 Quadratmeter großen Hauptgebäude ist noch nicht geklärt.

Über die BRK Schlossbergklinik Oberstaufen

Die BRK Schlossbergklinik Oberstaufen ist eine onkologische Rehabilitationsklinik mit 134 Betten mit Schwerpunkt auf der Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumorerkrankungen. Bereits 2012 stand die Klinik kurz vor der Schließung, es konnte jedoch mit der Schwesternschaft ein neuer Betreiber gefunden werden. Anfang 2015 wurde die Akutabteilung des Hauses in die Rotkreuzklinik Lindenberg verlegt.

Die BRK Schlossbergklinik Oberstaufen gehört zur Gruppe der Kliniken der Schwesternschaft München und ist ein Tochterunternehmen der Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz e.V. Zum Klinikverbund gehören die Rotkreuzklinik Lindenberg, das Rotkreuzklinikum München, die Rotkreuzklinik Würzburg sowie die Rotkreuzklinik Wertheim.

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